MartinReiter
Sportfotografie


Welche Digitalkamera ist die Richtige für mich?


Als erstes sollte man sich die Frage stellen, was möchte ich mit meiner Kamera fotografieren und was möchte ich mit den Fotos machen. Die folgenden Fragen sollten die Kaufentscheidung etwas vereinfachen:

 

Frage 1: Möchte ich eine immer dabei Kamera für gelegentliche Fotos (z. B. Urlaub)?

Frage 2: Möchte ich eine kleine Kamera für die Brusttasche oder ist mir die Größe egal?

Frage 3: Möchte ich Landschaftsfotografie betreiben und diese groß (größer als 13x18 cm, z. B. 40x60 cm) ausdrucken lassen?

Frage 4: Möchte ich bewegte Objekte fotografieren (z. B. Sport)?

Frage 5: Möchte ich Tierfotografie betreiben?

Frage 6: Möchte ich bei schlechten Lichtverhältnissen Fotografieren?

Frage 7: Möchte ich eine Kamera für alle Fälle?

 

 

Um keine falschen Hoffnung aufkommen zu lassen möchte ich auf eine physikalische Tatsache hinweisen die sich in den nächsten Jahren mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht ändert:

Eine Steigerung der Bildqualität, bei gleich bleibender Technologie (z. B. Rauschunterdrückung) hat eine Vergrößerung der Optik zur Folge und erhöht somit den Preis (größere Optik schlägt sich auf den Preis nieder)!

Man kann jedoch durch eine gute Elektronik und Software auch bei gleicher Optik die Bildqualität verbessern, jedoch nicht so entscheidend wie durch eine große Optik (große Optik bedeutet großer Bildsensor und somit große Objektive).

 

Meine Digitalkameraempfehlung finden Sie hier.


Antwort zur Frage 1 (immer-dabei-Kamera):

Möchte man die Kamera immer dabei haben, muss sie natürlich klein sein. Jedoch würde ich keine Kamera kaufen die das klassische Brusttaschenformat unterschreiten. Unnötig kleine Kameras sind nur teuer haben meistens keine bessere Bildqualität als ihr größeres Äquivalent. Bei der Auflösung sollte man sich eher für Kameras mit der niedrigeren Auflösung entscheiden sofern die Kameras auf dem gleichen Stand der Technik sind (jedoch mindestens 3 Millionen Pixel). 3 Millionen Pixel reichen auf alle Fälle für einen Ausdruck bis 13x18cm (Teilweisen auch für 20x30cm). Kameras mit höheren Pixelanzahlen erfordern einen größeren Sensor und eine größere Optik damit sich die Bildqualität nicht verschlechtert (bei gleich bleibender Technologie). Der größerer Sensor und die größere Optik verursacht natürlich mehr Kosten. Die wenigsten Hersteller investieren jedoch in einen größeren Sensor und in eine größere Optik.

Mehr zum Thema Sensorgröße und Auflösung hier.

 

Antwort zur Frage 2 (Kameragröße):

Ist mir die Größe der Kamera egal, wird die Kaufentscheidung ein wenig erleichtert. Man kann bei vorgegeben Budget sich die beste Kamera aussuchen (natürlich bezogen auf die persönlichen Bedürfnisse).

Möchte man eine sehr kleine Kamera, wird die Auswahl schon sehr eng. Eine gute kleine Kamera bekommt man bereits ab 200 bis 300 Euro. Kleine Kameras höherer Preisklasse bitten meistens nur Mehrleistungen die in den wenigsten Fällen gebraucht werden. Ausnahme stellen sehr große Displays dar und sehr lichtempfindliche Kameras wie die Fujifilm Finepix F10.

Mehr zum Thema Lichtempfindlichkeit hier.

 

Antwort zur Frage 3 (Landschaftsfotografie, große Ausdrucke):

Möchte man eine Kamera für große Fotos von statischen Motiven (Landschaft, Gebäude ...), sollte man zu einer Kamera greifen mit guter (somit auch etwas größer) Optik und einem großen Sensor. Der Sensor sollte eine Auflösung von Mindestens 5 Millionen Pixel aufweisen. Auflösungen über 5 Millionen Pixel machen die Kamera unnötig teuer. Leider haben die meisten guten Kompaktkameras in der Preisklasse von 400-800 Euro 8 Millionen Pixel oder mehr. Es ist bereits bei 5 Millionen Pixel bei Kameras dieser Kategorie schwierig genug ein rauschfreies Bild bei höheren ISO-Zahlen zu erreichen. Bei 8 Millionen Pixel wird dieses Problem nicht kleiner.

Ein Schnelle Kamera ist bei der Landschaftsfotografie nicht notwendig. Eine schnelle Kamera macht jedoch mehr Spaß.

Mehr zum Thema ISO-Zahl und Bildrauschen hier.


Antwort zur Frage 4 (Sportfotografie):

Nun sind wir bei einer Kategorie von Kameras angekommen bei denen es sehr teuer werden kann. Möchte man Sportfotografie betreiben benötigt man eine schnelle Kamera und eine etwas größere Brennweite (ca. 150mm oder mehr). Die meisten Kompaktkameras mit größeren Brennweiten sind für diese Anwendung zu langsam. Möchte man eine Kamera mit einem schnellen Autofokus (AF) muss man in den meisten Fällen zu einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) greifen. Die Autofokusgeschwindigkeit hängt bei DSLR jedoch vom verwendeten Objektiv ab.
Ein weiterer Nachteil bei Kompaktkameras ist das LCD-Display. Das Verfolgen von schnell bewegten Motiven ist mit einem LCD-Display sehr schwierig. Bei DSLR schaut man direkt durch die Linse und nicht auf ein Display.

 

Antwort zur Frage 5 (Tierfotografie):

Die Tierfotografie ist ein sehr interessantes Gebiet der Fotografie, jedoch auch teuer, noch teurer als die Sportfotografie. Bei der Tierfotografie benötigt man "meiner" Meinung nach mindestens 400mm Brennweite und eine lichtstarke Objektiv-Kamera Kombination --> sehr teuer. Es gibt jedoch Kompaktkameras um ca. 500-800 Euro mit großer Brennweite und Bildstabilisator, Ergebnisse wie hier kann man damit jedoch nicht erreichen es sei denn man kann sich einem Adler bis 10 Meter annähern.

Ein 500mm Objektiv mit einer Lichtstärke von 1:4 und Bildstabilisator in Kombination mit einem 1,4fachen Telekonverter und einer DSLR mit einem Verlängerungsfaktor von 1,6 ergibt in Summe 1120mm (3x mehr als bei Superzoom-Kompaktkameras). Die angesprochene Kombination ist gerade noch (aufgrund des Gewichtes) ohne Stativ zu verwenden und kostet ca. 7.000 Euro. Es sind jedoch bereits ab 3.000 Euro sehr gute Kombinationen mit einer effektiven Brennweite von 640mm bis 900mm zu bekommen.

Da man bei der Tierfotografie sehr oft mit Ausschnittsvergrößerungen arbeitet, sollte eine Kamera für die Tierfotografie 6 Millionen Pixel oder mehr haben. Geht man von einem Ausgangsbild mit 8 Millionen Pixel aus, reduziert sich die Auflösung bei einem Ausschnitt der nur mehr die halbe Höhe und Breite des Ausgangsbildes hat auf 2 Millionen Pixel.

 

Antwort zur Frage 6 (Dunkle Räume):

Möchte ich viel bei schlechten Lichtverhältnissen fotografieren, d. h. in dunklen Räumen benötige ich entweder einen guten Blitz oder eine Kamera die bei Hohen ISO-Zahlen ein geringes Rauschverhalten aufweist und/oder ein lichtstarkes Objektiv hat.

Zum Blitz: Der Blitz sollte am besten ein aufsteckbarer Blitz sein mit schwenkbarem Kopf, damit man an die Decke (indirektes Blitzen) blitzen kann.

Achtung: die Lichtstärke des Objektive (maximale Blendenöffnung) ist mindestens so wichtig wie das Rauschverhalten bei hohen ISO-Zahlen. Den Vorteil (bezüglich Belichtungszeit) den man gewinnt beim Erhöhen der ISO-Zahl von 200 auf 800 verliert man sogleich wenn man mit einer Blende von 5,6 anstelle von 2,8 fotografiert.

Mehr zum Thema ISO-Zahl, Bildrauschen und Lichtstärke hier.

 

Antwort zur Frage 7:

Eine Kamera für alle Zwecke zu finden ist nicht einfach. Eine digitale Spiegelreflex Kamera (DSLR) ist zweifellos die beste Lösung für eine Kamera für alle Fälle, da man die Objektive je nach Verwendung austauschen kann. Auch Kompaktkameras wie die Minolta Dimage A200 oder Panasonic Lumix DMC FZ20 bieten sehr gute allrounder Eigenschaften (große Brennweitenbereiche).

 

 

Abschließend noch ein paar Punkte die ich beim Kauf einer digitalen Kompaktkamera beachte:

1)
Prizipiell bevorzuge ich Kameras mit kameraeigenen Akkus (kürzere Aufladezeit, weniger Zubehör)
2) Das Verhältniss Sensorgröße zur Auflösung sollte stimmen:
 
1/2,5" und 1/2,7" Sensor
1/1,8" Sensor
2/3 Sensor
max. 3 Megapixel
max. 5 Megapixel
max. 8 Megapixel
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